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Der Koserower Kunstsalon lädt am 03.September 2011 zur:

IV. Pommerschen Kunstauktion

ein, die auch dieses Jahr wieder im Theater Zinnowitz auf der Insel Usedom stattfindet. Angeboten werden Werke der Malerei, Grafik und Plastik der Ostseeregion ab 1900.

Vertreten sind u.a. Künstler der Künstlerkolonien:

Ahrenshoop,
Hiddensee,
Usedom,
Wollin
oder
Nidden
aber auch aus
Barth, Wustrow, Ribnitz-Damgarten, Stralsund, Greifswald, Wolgast, Anklam, Stettin oder Stargard.

Seien Sie gespannt auf einen bunten Reigen außergewöhnlicher Kunstwerke.

Einlieferungen werden bis Ende Juni 2011 entgegengenommen.

Den durchgehend bebilderten Auktionskatalog können Sie zum Preis von € 10 per Email bestellen (Auslieferung ab Anfang August 2011).

Unsere Künstlersuchliste (alphabetisch) dient nur zur allgemeinen Orientierung und unterliegt einer stetigen Erweiterung.

 

  Vorbericht zur 4.Pommerschen Kunstauktion

Neues aus Pommern – von sturmzerzausten Kiefern, fliegenden Drachen und im Licht der untergehenden Sonne verglühenden Landschaften

Am 03.09.2011 findet die mittlerweile 4.Auflage der „Pommerschen Kunstauktion“ statt. Das Angebot konzentriert sich in diesem Jahr noch stärker auf die namensgebende vor- und hinterpommersche Region, ohne sich dabei in Provinzialität zu verlieren.Vertreterverschiedener Kunstzentren vom Darss/Zingst über die InselnHiddensee, Rügen/Vilm, Usedom oder Wollin sowie der städtischen Kunstzentren Stettin, Stralsund oder Greifswald machen den Hauptteil des insgesamt 179 Lose umfassenden Kataloges aus.

Hochkarätiges kommt diesmal insbesondere von den Vertretern der Usedomer Künstlergemeinschaft. Dazu zählt zweifelsohne das Gemälde „Gehöft am Waldesrand“ von Otto Manigk (1902-1972), dessen malerisches Oeuvre nur etwa 350 Bilderumfasst, wovon sich etwa ein Viertel im Besitz verschiedener Museen befindet. Entsprechend selten werden seine Bilder auf dem Kunstmarkt angeboten.Von Susanne Kandt-Horn (1914-1996) stammt das auf zahlreichen Ausstellungen gezeigte und vielfach publizierte Bild „Musizierende Frauen“, das einen Meilenstein ihrer künstlerischen Entwicklung darstellt. Der Bansiner Maler Rolf Werner (1916-1989), der mit seiner sehr individuellen Bildsprache des „poetischen Realismus“unter den Usedomer Malern eine Sonderstellung einnahm, gleichwohl aber ein hochgeschätzter Partner war, ist gleich mit 6 Arbeiten vertreten. Da sich der Großteil seines künstlerischen Werkes in Museumshand befindet, stellt dieses Angebot eine ausgesprochen seltene Gelegenheit dar, Werke dieses Künstlers zu erwerben.Otto Niemeyer-Holstein (1896-1984) wurde 1953 zum bedeutendsten Projekt des „Nationalen Aufbauprogramms“, der Stalinallee delegiert, um die Baufortschritte bildkünstlerisch festzuhalten. Das Ergebnis dürfte den propagandistischen Intentionen der Funktionäre wenig entsprochen haben, überzeugt vom künstlerischen Standpunkt aber allemal.

Aus dem abwechslungsreichen Angebot ragt weiterhin eine Arbeit von Elisabeth Büchsel (1867-1957) mit dem Titel „Kinderspiel auf Hiddensee“ heraus, in dem sie die während der Parisaufenthalte gewonnenen Eindrücke eindrucksvoll in eigene Bildschöpfungen umsetzt. Der Künstler Bartold Asendorpf (1888-1946), ein deutscher Spätexpressionist, ist mit zwei Bildern aus den 30er Jahren vertreten, die in einer sehr dynamischen und pastosen Malweise eine deutliche Tendenz zur Loslösung vom Bildgegenstand zeigen.

Von dem an der Kunstschule Burg Giebichenstein ausgebildeten Maler Jochen Seidel (1924-1971), der sich 1953 den kunstfeindlichen Arbeitsbedingungen während der Formalismusdebatte entzog und nach Westberlin und später nach New York übersiedelte, ist ein, während einer Malexkursion nach Ahrenshoop entstandenes, Hafenbild zum recht moderaten Einstiegspreis von 1500 Euro im Angebot.

Auffällig ist in diesem Jahr sowohl die große Vielfalt der Bildgenres, die von der Landschaft über Stillleben, Portrait, Gruppenbildnis, Stadtansicht, Vedute, Interieur bis hin zum Seestück und zu abstrakten Kompositionen reicht, als auch die stilistische Breite, die von Vertretern der Barbizon-Schule bis zu den surrealistischen Schöpfungen eines Manfred Kastner (1943-1988) reicht.

Zur Auktion erscheint auch in diesem Jahr ein gewohnt sorgfältig recherchierter und durchgehend bebilderter Katalog, der über den „Koserower Kunstsalon“ bezogen werden kann.